Ottmar von Holtz MdL

stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Sprecher für Hochschule, Erwachsenenbildung, Petitionsrecht

Buchlesung über Separatisten-Bewegungen

MdL von Holtz im Gespräch mit Marc Engelhardt

Die Lesung und Diskussion mit Weltreporter.net-Journalist Marc Engelhardt hat die Stiftung Leben und Umwelt angeboten. Das Buch von Engelhardt ("Unabhängigkeit! Separatisten verändern die Welt") handelt über zunehmende Separatisten-Bewegungen in der Welt und was das für die Weltordnung und letztlich auch für uns heißt. MdL Ottmar von Holtz führte durch den Abend und unterhielt sich mit Engelhardt.

Es ging um das Recht auf Selbstbestimmung, um Staatsmacht, um die Macht der internationalen Konzerne, um Ohnmacht, um lokale Selbstorganisation und vieles mehr. Das Thema hat sehr viele Facetten.

Marc Engelhardt lebte und arbeitete von 2004 bis 2010 in Nairobi. Er schreibt für die Berliner Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), die tageszeitung (taz), den Evangelischen Pressedienst (epd) und das Magazin Cicero. Seit Ende 2010 berichtet Marc Engelhard aus Genf über die Ereignisse bei den Vereinten Nationen und den mehr als 200 internationalen Organisationen, die am Genfer See ihren Sitz haben.

Von Holtz stellte einige Thesen und Fragen an Engelhardt in den Raum. So geht Engelhardt in der Einleitung des Buchs auf die globale Einordnung der Unabhängigkeitsbewegungen ein. Er schreibt über Rebiya Kadeer, die für die Freiheit der Uiguren in China kämpft: "Für ihre Anhänger ist sie eine Freiheitskämpferin – für die chinesische Regierung ist sie eine Terroristin".

Für von Holtz zeigt das: über Separatisten zu urteilen, hängt sehr vom Standpunkt aus, von dem aus man sie betrachtet. Mit Engelhardt diskutierte von Holtz, wie der Einfluss separatistischer Aktivitäten über die lokale Betroffenheit hinausgeht. Worin liegt die globale Veränderung, wie verändert das die Welt bzw. die Weltordnung?

Eine weitere Frage, die von Holtz bewegte: wer sind – aus einer neutralen Position, und aus der Ferne betrachtet – die "guten Separatisten" und wer sind die "bösen Separatisten"? Gibt es überhaupt eine solche Unterscheidung? Worin besteht die Legitimität einer Unabhängigkeitsbewegung? Ab wann ist ein Kampf gerechtfertigt?

In der Diskussion mit dem Publik spielte schließlich die Frage dach, was wir angesichts einer Ohnmacht gegenüber Weltkonzernen tun können. Sind autonome oder teilautonome Regionen eine Lösung? Sind lokale Wirtschaftskreisläufe und Dinge wie Regionalgeld eine Lösung?


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