Lebenslauf

Mein Name ist Ottmar von Holtz – wenn Sie diese Seite aufrufen, möchten Sie vermutlich, dass ich mich Ihnen vorstelle? Sehr gerne.

Ich habe einen langen Weg hinter mir, der mich über zwei Kontinente geführt hat – von Afrika nach Europa. Ich habe Migrationserfahrung. Ich habe es selbst erfahren, was es heißt, nach Deutschland einzuwandern.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Namibia. Am 27. September 1961, in Gobabis, einem kleinen Ort am Rande der Kalahariwüste. Meine Schulzeit und Jugend habe ich in Namibias Hauptstadt Windhoek verbracht.

1984 bin ich dann nach Deutschland ausgewandert. Warum?

Nach der Schule studierte ich 1982/83 zunächst an der Universität Stellenbosch in Südafrika. Damals herrschte dort noch das System der Rassentrennung, die Apartheid. Und Südafrika wurde in Namibia als Besatzungsmacht wahrgenommen. Unter diesen Bedingungen sollte ich meinen Wehrdienst in der südafrikanischen Armee antreten. Für ein rassistisches Regime – das wollte ich unter allen Umständen vermeiden. Da es keinen Ersatzdienst gab, bin ich ausgewandert. 1988 habe ich mein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover als Diplom-Ökonom abgeschlossen.

Noch 1988 kehrte ich nach dem Studium ins damalige „Südwestafrika/Namibia“ zurück und hatte meinen Berufseinstieg als „Junior-Dozent“ im Fach Statistik an der neu gegründeten University of Namibia.

Das Jahr 1988 war ein in politischer Hinsicht spannendes Jahr in Namibia. Es gab großen Druck aus der Zivilgesellschaft auf Südafrika, sich aus Namibia zurückzuziehen. Die Studentenproteste gegen die südafrikanische Besatzung hat ein großer Teil der Dozenten unterstützt. Daran habe ich mich beteiligt. Im Zuge dieser Ereignisse haben wir u.a. die erste linke Lehrergewerkschaft Namibias gegründet, die Namibian National Teacher’s Union (NANTU), die noch heute in Namibia die Lehrenden vertritt.

Anfang 1989 wollte mich die südafrikanische Armee erneut zum Wehrdienst einziehen – ich musste meinen Job an der University of Namibia kurzfristig kündigen und bin endgültig nach Deutschland gezogen. Von 1990 bis 2005 arbeitete ich als Referent und Referatsleiter im Niedersächsischen Landesamt für Statistik; anschließend bis zu meiner Wahl in den Niedersächsischen Landtag als Referent im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium.

 

Wie bin ich zur Politik gekommen?

Nach einer Phase der Familiengründung, in der meine volle Aufmerksamkeit dem Aufwachsen meiner beiden Töchter galt, trat ich 2004 den Grünen als Mitglied bei. Ich war bei den Grünen kommunalpolitisch aktiv, war für ein paar Jahre im Kreisvorstand der Hildesheimer Grünen und wurde 2011 erstmals in den Hildesheimer Kreistag gewählt. Auf Landesebene habe ich mich in Arbeitsgemeinschaften der Grünen engagiert. Es ging um Schulpolitik, Migrationspolitik und – zwischendurch auf Bundesebene – um das Thema „Eine-Welt-Politik”.

Nach der Wahl in den Niedersächsischen Landtag 2013 übte ich Politik als Beruf aus. Zuhören, was die Menschen bewegt, und sich dann dafür einsetzen, dass man etwas für die Menschen erreicht – das ist das, was mich an diesem Beruf am meisten begeistert. In der Grünen Landtagsfraktion war ich stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Wissenschaft und Erwachsenenbildung sowie für Petitionsrecht.

Mit der Wahl am 24. September 2017 wurde ich als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt. Ich bin Obmann meiner Fraktion im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Vorsitzender des Bundestags-Unterausschusses Zivile Krisenprävention. Um dieses Thema kümmere ich mich auch als Sprecher für zivile Krisenprävention der Grünen-Bundestagsfraktion.

Politische Stationen

1978 Jugendmitglied der Republikanischen Partei in Namibia

1984-89 Kriegsdienstverweigerer in Namibia

1984-89 Dritte-Welt-Arbeit, u.a. in der Afrika-Initiative in Hannover

1985 Gründungsmitglied der „Grün-Alternativen Jugend Hannover“

1988 Anti-Apartheidsaktivitäten in Namibia, u.a. als Gründungsmitglied der ersten linken namibischen Lehrergewerkschaft (NANTU)

1988 Solidarität als Dozent der University of Namibia mit den Studentenprotesten gegen die südafrikanische Besetzung Namibias

2004 Mitglied bei Bündnis90/Die Grünen; Vorstandsarbeit im Ortsverein Stadt Hildesheim und Kreisverband Hildesheim; Mitarbeit in der LAG Schule, u.a. als stellvertr. Sprecher; Mitarbeit in der LAG Migration, in der LAG Europa & Internationales und in der LAG Wirtschaft & Finanzen; zeitweise Delegierter zur BAG “Nord-Süd” (heißt heute BAG Globale Entwicklung) und später, als MdL, in der BAG Wissenschaft & Technologie

2006-2012 im Kreiselternrat Hildesheim aktiv

2011 Abgeordneter im Kreistag des Landkreises Hildesheim, dort stellvertretender Vorsitzender der Fraktion der Grünen und integrationspolitischer Sprecher sowie Sprecher für Sicherheit und Ordnung

2016-2017 Wiederwahl als Kreistagsabgeordneter; dort im neu gegründeten Migrationsausschuss

2013-2017 Mitglied im niedersächsischen Landtag, dort in der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Wissenschaft, Erwachsenenbildung und Petitionsrecht

seit Oktober 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

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