"Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Flammen, die entfacht werden wollen." (François Rebelais)

In keiner anderen Industrienation hängt der Bildungserfolg so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Das ist einerseits eine Frage mangelnder Gerechtigkeit - andererseits bedeutet dies aber auch, dass wir in Deutschland fahrlässig auf Talente verzichten. Wir brauchen ein Schulsystem, das erstens die individuellen Stärken unserer Kinder in den Schulen berücksichtigt und fördert und zweitens allen Kindern eine Chancengleichheit über das Alter einer Viertklässlerin oder eines Viertklässlers hinaus bietet.

 

Zum Hamburger Volksentscheid gegen eine bessere Schule

Das Ergebnis des Hamburger Volksentscheids, keine längere gemeinsame Schule im Hamburg einzurichten, kann mit Recht als erschütternd bezeichnet werden. Die Hamburger Geld- und Bildungselite hat es mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln geschafft, ihre Privilegien zu erhalten. Wenn nun der niedersächsische Kultusminister meint, dass ein längerer gemeinsamer Unterricht unter Bildungswissenschaftlern ohnehin umstritten sei, hat er sicherlich auch das Sprachrohr der Bildungselite in den Ohren, den Philologenverband. Herr Audritz und seine Gefolgschaft sind dagegen bekannt, auf dem Auge der Bildungsgerechtigkeit völlig blind zu sein. Es geht den Gegnern des längeren gemeinsamen Lernens nur um Besitzstandswahrung ihrer eigenen Klientel.

Unzählige erfolgreiche Modellschulen in Deutschland beweisen nämlich durchaus den Erfolg des längeren gemeinsamen Lernens. Auch und gerade bei einem stringenten Konzept der individuellen Förderung profitieren lernstarke Kinder. Während die Konservativen über die Zunahme von Parallelgesellschaften und von Gewaltspiralen unter der bildungsarmen Bevölkerung lamentiert, tut sie dort, wo sie Verantwortung trägt, nichts, um dagegen anzugehen. Statt dessen wird weiter aussortiert und ausgegrenzt.

Der Appell, endlich die Debatten um Strukturreformen im Schulsystem zu beenden, soll die eigene ideologische Verblendung der Systemerhalter verdecken. Wenn sie sagen, dass "die Bevölkerung" es satt sei, ständig über Schulsysteme zu diskutieren, dann meinen Sie die Philologen und ihre Gefolgschaft bis hin zur Scheuerl-Initiative. Und in Hamburg hat man gesehen, wie hoch deren Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt: gerade mal 21% der 1,3 Millionen Wahlberechtigten haben sich im Hamburger Volksentscheid für die frühe Selektion von Schulkindern ausgesprochen.

Schulfrieden muss Elternwillen garantieren

02.09.2010. Grundlage für innere Reform der Schulen schaffenWichtigste Voraussetzung für einen Schulfrieden in Niedersachsen ist die Garantie des Elternwillens. Die Wünsche und Bedürfnisse aller Eltern und ihrer Kinder müssen der Maßstab werden. Damit kannn die Grundlage für die notwendige Weiterentwicklung der Schulen geschaffen werden.Für alle Eltern, die dies wünschten, muss wohnortnah eine gemeinsame Schule angeboten werden, die auch zum Abitur führt. Die Hürden für die Errichtung von Gesamtschule [Mehr...]

Landeselternrat wirbt für die Gleichstellung von Gesamtschulen

24.08.2010. Hannover, 24.08.10. Der Landeselternrat (LER) Niedersachsen hat in seiner Stellungnahme zum Verordnungserlass des Kultusministeriums für die Errichtung, Aufhebung und Organisation von öffentlichen Schulen eine Lanze für die Gleichstellung der Gesamtschulen mit den übrigen Schulformen in Niedersachsen gebrochen. Er lehnt deshalb den Verordnungsentwurf ab; er berücksichtige nur unzureichend die anstehenden Probleme, sondern schaffe stattdessen neue, heißt es. Kernpunkt der Kritik ist das Festhalte [Mehr...]

Auch Lehrer brauchen Hilfe

29.01.2009. Lehrer bemerken, dass Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern stetig zunehmen. Ländliche Regionen sind dabei nicht ausgenommen. Auch an der Grundschule in Schellerten gibt es diese Fälle. Um qualifiziert zu helfen, arbeitet die Bördegrundschule mit Einrichtungen wie dem Hibuz und der Jugendhilfeeinrichtung Elisabethstift der Diakonie zusammen. [Mehr...]

Stichwort: Hibuz

29.01.2009. Nach dreieinhalbjähriger Vorbereitungszeit in einem Arbeitskreis ging 2007 das Hildesheimer Beratungsund Unterstützungszentrum (Hibuz) an den Start. [Mehr...]

Leserbrief zur fehlenden Schulmensa in Hildesheim

28.01.2009. Unfairer Umgang: Lena Bauer, Söhlde, zum HAZ-Bericht "VHS-Chef: Kleine Schulen schließen" Es ist schon sehr bedenklich, wenn man als Schüler vom Scharnhorstgymnasium liest, dass die Stadt kein Geld hat um uns (Scharnhorstgymnasium) eine Schulmensa zu bauen, aber gleichzeitig 100 000 Euro für den Freizeitbereich der RBG über hat. [Mehr...]

Archiv der Zukunft

Es gibt viele erfolgreiche Modellschulen in Deutschland - es wird Zeit, dass diese zum Regelfall werden. Dass die Bildungspolitik in Deutschland eine starke föderalistische Ausrichtung hat, ist für dieses Ziel nicht gerade förderlich. Das Archiv der Zukunft sammelt und verbreitet Bilder des Gelingens rund um das Thema Lernen.

Neue Schule für Niedersachsen

In der Landesarbeitsgemeinschaft Schule von Bündnis 90/Die Grünen haben wir das Konzept der "Neuen Schule" erarbeitet, das Grundlage für eine niedersächsische GRÜNE Schulpolitik bildet. Hier gibt es das Konzept für eine Neue Schule zum Download. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der niedersächsischen Grünen sowie unter www.neue-schule-niedersachsen.de.

Stimmen für ein längeres gemeinsames Lernen

Es ist vermessen, wenn Lehrkräfte meinen, Kinder schon mit 9 darauf festlegen zu können, welche Schullaufbahn für ihr weiteres, langes Leben das richtige sei. Doch im deutschen selektiven Schulsystem werden Lehrkräfte gezwungen, Kinder bereits in diesem Alter auszusortieren. Schon in der 2. Klasse entsteht so ein unwürdiger Leistungsdruck für die Kinder.

Für das Ziel, ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen, haben wir prominente Unterstützer - übrigens durchaus auch aus den Reihen derer, die der CDU nahestehen:

Stimmen für ein längeres gemeinsames Lernen...
Verbände für ein längeres gemeinsames Lernen...

Menschen, die Kindergärten oder Bolzplätze in ihrer Nähe nicht ertragen, können gerne in die Nachbarschaft eines Friedhofs ziehen!
"Bis vor wenigen Jahren meinten viele Pädagogen noch, Kindergehirne seien wie Fässer, die man nur füllen müsse. Jetzt wissen wir, dass es sich um Selbstbildungsprozesse handelt. Dazu kann man Kinder nicht zwingen - man muss sie vielmehr dafür begeistern. Das geht nicht durch Auswendiglernen, sondern durch Erfahren und Entdecken. Die Begeiste- rung am eigenen Entdecken und Gestalten ist die schönste Erfahrung, die wir Kindern ermöglichen können." (Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen, Juli 2009)