Z u den steigenden Corona-Zahlen in Afrika erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Derzeit beobachten wir, wie sich in vielen afrikanischen Ländern die Corona-Pandemie zunehmend ausbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass sich der Kontinent in der Mitte einer dritten Welle befindet. Da muss die Bundesregierung jetzt Unterstützung anbieten.

Vielen Staaten fehlt es noch immer an dem nötigen Material um der Pandemie zu bekämpfen. Die Kliniken sind für die Behandlung nicht ausreichend ausgestattet und es fehlt an den flächendeckenden Testmöglichkeiten. Während sich in Europa die Lage langsam etwas entspannt, auch aufgrund der steigenden Impfquote, sind bis jetzt weniger als ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung geimpft. Es fehlt auf dem Kontinent erheblich an Impfstoffen. Bis jetzt sind in vielen afrikanischen Staaten noch nicht die Hochrisikopatient*innen geimpft worden, während in anderen Ländern bereits die Impfpriorisierung aufgehoben wurde. Die Weitergabe von Impfdosen muss so zeitnah wie möglich beginnen. Die von G7 Staaten versprochenen 870 Millionen Dosen müssen sofort übe die von den Vereinten Nationen eingerichtete COVAX- initiative zur Verfügung gestellt werden. Je später reiche Länder Dosen teilen, desto weniger Zeit haben die Empfängerländer zum Impfen, da das Haltbarkeitsdatum der Impfstoffe sonst abläuft.

Des Weiteren muss die internationale Gemeinschaft jetzt Kräfte bündeln, um den Kontinent mit dem notwendigen Material für die Impfkampagnen und Testzentren zu versorgen. Mittelfristig müssen die Produktionskapazitäten auf dem Kontinent aufgebaut werden, damit auch in Afrika die dringen notwendigen Produkte zur Covid-19-Bekämpfung produziert werden können.