Z um Welt-Tuberkulose-Tag am morgigen Mittwoch erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Die weltweite Ausbreitung von Covid-19 hat zu einem erheblichen Rückschlag in der Tuberkulose-Behandlung geführt. Laut Weltgesundheitsorganisation sind im vergangenen Jahr die Diagnose und Behandlung von Tuberkulose-Erkrankten in ärmeren Ländern um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Medizinisches Personal, Arzneimittel und Apparaturen hätten für die Bekämpfung der Tuberkulose und anderer Krankheiten nicht mehr zur Verfügung gestanden. Wir dürfen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie aber andere lebensbedrohliche Krankheiten nicht aus dem Blick verlieren. Auch sie bedrohen und töten weltweit Millionen Menschen.

Dass die begrenzten Ressourcen für die Gesundheitsversorgung derzeit in vielen Ländern zur aktuellen Pandemiebekämpfung genutzt werden, hat besonders verheerende Auswirkungen in ärmeren Ländern. Viele Gesundheitssysteme sind mit der doppelten Belastung überfordert. Deutschland muss sich dafür einsetzen, dass Menschen auch während der anlaufenden Corona-Kampagnen wegen Tuberkulose, Malaria, Typhus und HIV/Aids behandelt werden können.