Die Afrika-Redaktion der Deutschen Welle hat sich mit mir über meine Herkunft aus “Deutsch-Südwestafrika” und meine Flucht vor dem Militärdienst für das südafrikanische Apartheids-System nach Deutschland unterhalten.

Foto: Daniel Pelz/DW

Einen Auszug aus dem dabei entstandenen Portrait von Daniel Pelz möchte ich hier dokumentieren:

Auf den ersten Blick wirkt Ottmar von Holz wie der nette Geschichtslehrer, an den man sich auch Jahre nach dem Abitur gerne erinnert: Graue Haare, Brille, freundliches Lächeln. Mit Maske betritt er den nüchternen Konferenzraum im Bundestag und nimmt vor einer großen Weltkarte Platz. Er ist einer von 709 Abgeordneten und doch ganz anders als viele hier: Einziger Namibier im Parlament, bis heute Doppelstaatler mit zwei Pässen, Migrant.

1961 kommt er in Gobabis im Osten Namibias zur Welt. Über 12.000 Kilometer von Berlin entfernt. Er habe eine behütete Kindheit gehabt, sagt von Holtz zur DW. Die haben aber nur weiße Kinder: Seit dem Ersten Weltkrieg gehört Namibia, das damals noch Südwestafrika heißt, zu Südafrika. Die berüchtigte Rassentrennung gilt auch hier: Macht und Ressourcen liegen in den Händen der weißen Minderheit. Mit der schwarzen Mehrheit kreuzen sich ihre Wege kaum. “Wir waren eigentlich Fremde im eigenen Land”, erinnert sich der Publizist und Aktivist Henning Melber, der ebenfalls in Südwestafrika aufwuchs, im DW-Interview.

“Hier stimmt was nicht”

Das merkt auch von Holtz. Einmal will er nach dem Unterricht seine Mutter auf der Arbeit besuchen. Ein älterer Schwarzer betritt mit ihm das Gebäude. “Ich habe ihm die Tür aufgehalten, damit er mit mir im Fahrstuhl fahren kann. Da hat er auf das Schild über dem Fahrstuhl hingewiesen, auf dem stand: ‘Nur für Weiße’ und gesagt ‘Er darf nicht’. Da habe ich gedacht: Hier stimmt was nicht”. Von Holtz beginnt zu rebellieren, bestärkt von seinem Vater, der die Apartheid ebenfalls im Stillen ablehnt…

Den ganzen Text finden Sie auf der Webseite der Deutschen Welle.