Viele Staaten im südlichen und westlichen Afrika hatten schon vor der Corona-Krise mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen, repressiven Regierungen, Naturkatastrophen und anderen Herausforderungen zu kämpfen.

In Kombination mit den aktuellen Auswirkungen der Pandemie und den teilweise sehr restriktiven Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung ergibt dies ein großes Konfliktpotenzial. Beispielsweise stehen in Guinea und Côte d‘Ivoire umstrittene Wahlen an, die bereits im Vorfeld von Demonstrationen und Polizeigewalt begleitet werden. In Simbabwe liegt die Wirtschaft am Boden, die Menschen leben seit Jahren mit einer riesigen Inflation und leiden Hunger. Mosambik ist von den Folgen mehrerer Zyklone geprägt, im Norden des Landes gibt es seit einigen Jahren zunehmend islamistische Gewalt. All dies darf die Bundesregierung nicht aus den Augen verlieren.

Wir haben uns deshalb mit zwei externen Sachverständigen sowie zwei Vertretern der Bundesregierung ausgetauscht:

Dr. Melanie Müller, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika bei. Sie forscht schwerpunktmäßig zu den Entwicklungen im südlichen Afrika und leitet ein Forschungsprojekt zur nachhaltigen Gestaltung von Rohstofflieferketten.

Dr. Christian von Soest, „German Institute for Global and Area Studies / Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien“ in Hamburg (GIGA), Leiter des „Forschungsbereichs Frieden und Sicherheit“, leitender Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Afrika-Studien und des GIGA-Büros Berlin.

Robert Dölger, Regionalbeauftragte für Subsahara-Afrika und Sahel, Auswärtiges Amt.

Holger Illi, Leiter des Referats 200 (Afrikapolitische Grundsätze und Initiativen) im BMZ

Der Unterausschuss des Auswärtigen Ausschusses leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration des Themas Prävention, Bewältigung und Nachsorge von Konflikten in die parlamentarische Arbeit des Bundestages. Mit Expertenanhörungen rückt er die zivile Krisenprävention in den Fokus.

Vorsitzender des Unterausschusses ist Ottmar von Holtz (Bündnis 90/Die Grünen).

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Bundestages.