Z um heute veröffentlichten Global Peace Index 2020 erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

Zum zwölften Mal in Folge sinkt die globale Friedensbereitschaft, die jährlich im Bericht des Global Peace Index erhoben wird. Neben einer starken Zunahme an Protesten und Unruhen, die zuletzt für viel Gewalt gesorgt haben, steht vor allem die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen im Zentrum. Es drohen dramatische Konsequenzen besonders für die Friedensarbeit. Diese müssen von der Bundesregierung schnell und unbürokratisch abgefedert werden. Die meisten Organisationen und ihre lokalen Partner müssen derzeit massive finanzielle Einbußen hinnehmen und fürchten deshalb um ihre Existenz. Das finanzielle Risiko, das durch den veränderten Ablauf und Inhalt ihrer Projekte nun entsteht, müssen die Organisationen derzeit komplett alleine tragen. Gleichzeitig dürfen gemeinnützige Organisationen keine Rücklagen bilden und können somit nicht auf ein finanzielles Polster zurückgreifen. Auch brechen Einnahmen und Spendengelder in großem Stil weg. All dies bedeutet, dass die Projekte einer ungewissen Zukunft entgegensehen, ihre teilweise jahrzehntelange Arbeit gefährdet ist und enorme Rückschläge drohen. Diese Organisationen und Projekte brauchen nun dringend friedenspolitische Überlebenshilfe von der Bundesregierung – nicht nur vage Versprechungen.

Die Pandemie ist ein Konfliktmultiplikator, der sich nun mit einem weiteren Risiko verbindet: der Klimakrise. Entsprechend müssen die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit der nationalen und internationalen Pandemiebekämpfung konfliktsensibel und klimaschonend sein.

Die Verschlechterung der Lage in 81 Ländern, wie sie im Bericht des internationalen Think Tanks Institute for Economics and Peace (IEP) heute beschrieben wurde, machen diese Dringlichkeit erneut deutlich.