Z u den aktuellen Meldungen über einen Machtwechsel im Sudan erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Die Deutsche Welle sprach mit Ottmar von Holtz über die Lage im Sudan (Video: Deutsche Welle).

Der Sudan steht an einem Scheidepunkt: Die Absetzung Al-Bashirs im Sudan gibt Anlass zur Zuversicht, aber auch zur Sorge. Es zeigt sich, dass die monatelangen friedlichen Proteste der Zivilgesellschaft endlich Früchte tragen. Doch nun muss dem alten diktatorischen Regime endlich eine frei gewählte, demokratische Regierung folgen. Der abgesetzte Präsident Al-Baschir sollte dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert werden, um so einen ersten wichtigen Schritt zur Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung der mörderischen Verbrechen zu tun. In einem Land mit einer solchen gewaltvollen Geschichte ist es nun das A und O, zukünftige bewaffnete Konflikte zu verhindern und eine Kultur der zivilen Konfliktbearbeitung zu etablieren. Dazu ist es wichtig, dass das Militär nun nicht die Oberhand behält, sondern zügig freie demokratische Wahlen zulässt. Dabei sollte die Bundesregierung ihre Hilfe umfassend zur Verfügung stellen, sowohl mit Wahlbeobachtungspersonal als auch mit Know-How und Geldern für eine friedliche Wahl.