Z u den jüngsten Gewaltausbrüchen in Simbabwe erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für zivile Krisenprävention:
Um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und die politische Spaltung Simbabwes zu überwinden, muss Präsident Mnangagwa endlich in einen ernsthaften Dialog mit allen politischen Kräften treten und alte Strukturen aufbrechen. Dazu gehört auch die objektive Aufarbeitung der Gräueltaten unter Mugabe und der bislang tabuisierten Gukurahundi-Massaker in den 80er Jahren, für die Mnangagwa zumindest mitverantwortlich war. Zu jener Zeit war der jetzige Präsident unter Robert Mugabe Staatssicherheitsminister und damit für den Geheimdienst verantwortlich. Er gehörte zu den Urhebern der Gukurahundi-Operation, bei der nach 1980 rund 20.000 Oppositionelle, meist Angehörige der Volksgruppe der Ndebele, getötet worden sein sollen.
Echte Reformen hat Präsident Emmerson Mnangagwa, der einstige Ziehsohn des langjährigen Diktators Mugabe, bisher jedoch versäumt. Stattdessen wollte Mnangagwa die internationale Gemeinschaft lediglich glauben machen, dass er sein Land in einen Prozess politischen Erneuerung führt. Das muss sich ändern. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist der Schlüssel für die Versöhnung in der Zukunft. Dies und die Verbesserung der prekären wirtschaftlichen Lage sind Voraussetzung, um Simbabwe auf einen Weg des nachhaltigen Friedens zu bringen und künftiger Gewalt vorzubeugen.