Der Unterausschuss Zivile Krisenprävention hat Kamerun besucht und sich dort mit einer ganzen Reihe von Menschenrechtsgruppen und einzelnen Personen getroffen, um sich aus erster Hand einen Eindruck über die Lage in dem Land zu verschaffen.

Zahlreiche kamerunische Zeitungen berichteten über den Besuch der deutschen Delegation.

Die Entscheidung fiel auf Kamerun, weil die Mitglieder des Ausschusses besorgt sind über die Stabilität in Kamerun in den Regionen Nordwest und Südwest. Hintergrund ist die so genannte anglophone Krise, die eigentlich eine Krise der Zentralregierung ist. Kamerun befindet sich am Rande eines Bürgerkriegs. Zigtausende Menschen sind bereits aus ihren Dörfern in andere Landesteile Kameruns oder nach Nigeria geflohen. Leider ist die deutsche Bundesregierung untätig – jedenfalls wird nichts wahrgenommen, was sie in dieser Angelegenheit zu tun bereit ist.

Bundesregierung muss sich für friedliche Lösung einsetzen

Es geht Gewalt von allen Seiten aus – Soldaten der Regierung und Gruppen, die im Namen einer Sezession der englischsprachigen Landesteile einen bewaffneten Kampf aufnehmen wollen, vertreiben Menschen aus ihren

Dörfern, nehmen Fahrzeuge unter Beschuss, verschleppen unschuldige Zivilisten. Als Vorsitzender des Unterausschusses erwartet Ottmar von Holtz von der Bundesregierung, sich gegenüber Kamerun und Frankreich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass es eine Mediation zur Lösung des Konflikts gibt und alle zivilgesellschaftlichen, kirchlichen und gemäßigten Kräfte in Kamerun bei der Ausarbeitung einer friedlichen Lösung beteiligt werden.

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Das heutige Kamerun wurde 1961 aus französischen und englischen Mandatsgebieten gebildet als “Vereinigte Republik”. Rund 80 Prozent der Bevölkerung spricht Französisch, der Rest Englisch. Insbesondere seit der Schaffung eines Einheitsstaates sowie der Umbenennung der „Vereinigten Republik Kamerun“ in “Republik Kamerun” 1984 gibt es im englischsprachigen Teil Bestrebungen um Autonomie. Separatisten kämpfen für einen Staat Ambazonia. 2016 bis 2018 gab es Proteste; im Jahr 2017 wurden sie durch die Armee blutig niedergeschlagen. Bis Juni 2018 wurden laut Amnesty International 20 Anhänger Ambazonias von der Armee getötet, auf Seiten der Armee gab es 44 Tote.

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